Art-Nr: 91782 | Fasern und Faserbänder | Fasern und Faserbänder Hanf | Hanffasern
Hanffaser hydromechanisch behandelt gebleicht 100 g
Hanffaser hydromechanisch behandelt gebleicht 100 g
15,00€
Sie erhalten eine in unserem Labor aus dem Art. 91612 hergestellte Hanffaser in wirrem Zustand mit einer mittleren Länge von etwa 50mm. Die Ausgangsfaser wird in einem temperierten Bad, der sog. Baströste, einer Variante der biologischen Degummierung unterzogen. Anschließend werden die durch die Röste aus ihrem Verbund gelockerten Nichtfaser-Anteile wie beispielsweise Pektine durch eine hydromechanische Behandlung teilweise entfernt. Dann kochen wir die Faser mit einem Haushaltswaschmittel und bleichen gegen Ende des Kochprozesses mild mit Wasserstoffperoxid. Es folgt eine weitere hydromechanische Behandlung. Dem letzten Spülwasser setzen wir eine Schmälze zu, welche die Fasern leichter gegeneinander verschiebbar macht und ein Trocknen ohne übermässiges Verbacken erlaubt. Vor dem Trockenprozess verziehen wir die Faser grob von Hand.
Dieser Fasertyp wäre das Endprodukt einer integrierten Hanfverarbeitung, die auf landwirtschaftsnahen Prätextiltechnologien basiert. Diese besteht aus einer Erntetechnologie in Wirrlage, Bergung nach Trocknung, einer meachanischen Entholzung mit Trennung von Bast und Holzteilen sowie Antrennung von Steinen, mineralischen Anhaftungen und Blatt- bzw. Rindenresten sowie Feinstfasern und Stäuben. Bei einer (vom Feld geborgenen) Erntemenge von 10 t Hanfstroh je Hektar (mit 12% Restfeuchte) ergeben sich oft Anteile von 5,8 t Holz/Scheben (> 2 mm), 2,5 t Bast (NICHT Faser) und 1,7 t Reststoffen.
Von den 2,5 t Hanfbast bleiben nach nach der biologischen Degummierung etwa 2,3 t übrig, von denen etwa 2 t die hydromechanische Behandlung überstehen. Kochen und Bleichen führen zu einem weiteren Masseverlust 0,2 t, die zweite hydromechanische Behandlung entfernt schließlich noch einmal 0,2 t. Entsprechend hat der Schritt vom Hanfbast zur gebleichten Kurzfaser die Eingangsmenge von 2,5 t auf eine Endproduktmenge von 1,6 t reduziert. Dieser Verlust wird in Kreisen der unreflektierten Hanffans häufig unterschlagen. Man rechnet sich mit unglaublichen “Fasermengen” je Hektar reich, versteht den Unterschied zwischen Hanfbast bzw ungerösteter Hanffaser und aufgeschlossener Hanffaser jedoch nicht.
Der folgende (erste textiltechnologische) Schritt mit Groböffner, Feinöffner und Krempel mit Bandbildung führt zu einem Band in der Art unseres Spinnbands Hanf https://shop.flachs.de/produkt/kardenband-hanf-cotonisiert/, das nach Kämmen und Strecken dann mit Ring- oder Open-End-Spinntechnologie zu diversen Garnen verarbeitet werden kann.
Diese Faser ist nach Passage durch eine Handkarde gut zum Handspinnen geeignet. Falls keine Handkarde vorhanden ist kann auch durch Abzupfen eine brauchbares Handspinnfaser gewonnen werden. Dazu ist es empfehlenswert, die Fasern vor der Verarbeitung mit einem Blumensprüher leicht anzufeuchten oder in lockerer Schüttung in einem Sieb in einen Topf mit ca. 1cm Wasser kurz aufzukochen und bedeckt über Nacht stehen zu lassen, damit sich innerhalb der Fasern eine gleichmäßige Feuchte einstellen kann.
| Menge pro Packung | 0.2 kg |
|---|---|
| Preis je 100 g brutto | 2.88 € |
| Anwendung | altes Handwerk, Anschauungsmaterial, Ausbildungsmaterial, Biocomposites, Materialkunde, Mittelalter, Museumsvorführungen, Polsterarbeiten, Schulprojekte, Selbermachen |



