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Zwei neue Flachssorten im Angebot – LIsette geht – Nathalie und Christine kommen – Avian und Felice bleiben

Die letzten Jahre waren für den europäischen Flachssektor überdurchschnittlich erfolgreich. Kaum jemand kann sich an eine derart lange Phase mit stabilen Märkten und hohen Preisen erinnern. Dabei musste das Angebot nicht durch die früher übliche Methode der Flächenreduktion verknappt werden. Vielmehr waren es sehr unterschiedliche lokale Bedingungen, die im Einzelfall sowohl zu 3000 kg Langfaser je Hektar wie auch zu einen Totalausfall führen konnten.  Im letzten Jahre 2023 wurde allenfalls in absoltuen Ausnahmesituationen was Boden und Niederschlag betraf eine Langfaserertrag von über 1000 kg/ha erzielt. Dennoch wurden je Hektar Deckungsbeiträge im Bereich von 8000 € bzw. Langfasererlöse von 13.000 €/ha erzielt. Der Grund dafür lag in dem aufgrund der europaweiten Trockenheit in Mai und Juni und daraus resultierend den geringen Stängellägen von Flachs bzw. einem extrem geingen Strohertrag mit einem geringen Anteil an Langfasern.

Dennoch scheint es, also könnten sich neue Sorten besser mit veränderten Umweltbedingungen arrangieren – so ist dem Vernehmen nach nicht ein nochmals höherer Faserertrag das wesentlichste Zuchtziel sondern verbesserte Resistenzen gegen Pilzkrankheiten oder Resilienz gegen Trockenheit.  Vor diesem Hintergrund passen wir unser Sortenspektrum an: die treue Lisette wird jetzt auslaufen, zu den Avian und Felice der letzen Jahre nehmen wir Nathalie und Christine hinzu.

Diese vier Sorten bilden aktuell ein weites Spektrum von Eigenschaften und Bedürfnissen ab:  (Prozentzahl jeweils bezogen auf den Durchschnitt aller Sorten)

Felice mit dem höchsten Stroh- und Faserertrag ((108 bzw. 109%) und sehr guten Resistenzen gegen Fusarium und Flachsbrand.  Eher zögerliche Jugendentwicklung verbunden mit einer  mittelspäten Abreife.

Avian weist einen  guten Strohertrag (102%) und sehr gutem Faserertrag (105%) auf, dies bei sehr guter Resistenz gegen Fusarium jedoch nur mittlerer Resistenz gegen Flachsbrand. Avian bietet eine relativ schnelle Jugendentwicklung und frühe Abreife.

Nathalie hat mit überdurchschnittlichem Strohertrag (103%) und einen seht guten Faserertrag bei sehr guten Resistenzen gegen Fusarium und Flachsbrand aber vergleichsweise langsamerer Jugendentwicklung aber dafür mittelfrüher Ernte.

Christine bietet einen überdurchschnittlichem Strohertrag (104%) und durchschnittlichem  Faserertrag (102%) bei sehr guten Resistenzen gegen Fusarium und Flachsbrand und vergleichsweise schneller Jugendentwicklung bei geriner Lagerneigung.

Wir wünschen viel Spaß bei eigenen Anbauerfahrungen mit diesen Flachssorten….

 

Fasernessel und Ramie – zwei Schwestern zum Auspflanzen im Freiland

Neben besonders faserreichen Klonen der bei uns gut bekannten Großen Brennnessel (Urtica dioca) halten wir auch die eher subtropische Ramie als Pflanzgut vorrätig. Da von nun an (d.h. nach den Eisheiligen) bis in den September hinein keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind öffnet sich ein Zeitfenster, um neben der hinsichtlich Temperatur eher unempfindlichen Fasernessel auch die Ramie auszupflanzen. Während die Fasernessel auch sehr tiefe Temperaturen im Winter weitgehend schadlos übersteht, sollte die Ramie an einem bereits natürlicherweise geschützten Standort ausgepflanzt werden. Zusätzlich muss für eine Frostschutzabdeckung  im Winter gesorgt werden.

Unsere Fasernesselklone enthalten etwa das Doppelte bis Dreifache an reinen Fasern wie die Wildpflanze und erreichen im Labormaßstab knapp 20% verspinnbare Textilfaser. In den entsprechenden FB-Foren wird allerdings auf den ungereinigten Bast abgestellt, der nach unserer Erfahrung noch etwa 25-38% Faserbegleitsubstanzen enthält und dann brutto auf etwa 10% Bastgehalt kommt.

Unsere Ramie ist eine Qualitätssorte aus China, die uns 2016 dort vor Ort übergeben wurde. Auch unter unseren Verhältnissen lassen sich (in Handarbeit) Reinfasergehalte im Bereich von 20-25% realisieren. Im Gewächshaus sind bis zu 4 Ernten möglich, in Weinbaugebieten wie dem Rheingau kommt diese Sorte auf 2 Ernten, in Schleswig Holstein bleibt es bei einer Ernte.

Genau wie bei den Wildformen enthalten die Blätter von Fasernessel und Ramie eine ganze Reihe natürlicher Substanzen, die harntreibend sowie im Urogenitaltrakt mild entzündungshemmend wirken.  Wir trocknen die bei Pflege sowie bei der Ernte gewonnenen sauberen Blätter.

2 * Topf Fasernessel 1 Liter  https://shop.flachs.de/produkt/fasernessel-1-l-topf-urtica-dioica-l-convar-fibra/

Topf Fasernessel 4 Liter https://shop.flachs.de/produkt/fasernessel-15-l-topf-urtica-dioica-l-convar-fibra/

2 * Topf Ramie 1 Liter https://shop.flachs.de/produkt/ramie-15-l-topf-boehmeria-nivea-var-nivea-chinagras/

Topf Ramie 2,5 Liter https://shop.flachs.de/produkt/ramie-25-l-topf-boehmeria-nivea-var-nivea-chinagras/

Topf Ramie 5 Liter https://shop.flachs.de/produkt/ramie-10-l-topf-boehmeria-nivea-var-nivea-chinagras/

 

Teufelszunge (Amorphophallus konjac) – eine interessante Nahrungs- und Rohstoffpflanze

Die Teufelszunge (Amorphophallus konjac),  ist eine Pflanzenart aus der Gattung  der Titanwurze  innerhalb der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). In Österreich wird sie auch Tränenbaum genannt. Die Knolle wird Konjakwurzel genannt.

Die Teufelszunge ist eine mehrjährige krautige Pflanze.  Dieser Geophyt wächst aus einer Knolle , die bis zu 25 cm Durchmesser erreichen kann. Dabei bildet die Konjakwurzel im späten Frühjahr ein einzelnes Laubblatt, das an einen Baum in Form eines Regenschirms erinnert, und ebenso hoch wie breit ist. Die Angaben zur maximalen Höhe dieses Blattes schwanken zwischen 1,3 und 2,5 m. Unter norddeutschen Verhältnissen weren nur deutlich geringere Höhen erreicht, insbesondere wenn mehrere  Knollen in einem Pflanzgefäß sitzen. Nach der anfänglichen Wachstumsphase bleibt das Blatt den Sommer über stabil, bis die Nährstoffe im Herbst wieder in die Knolle einziehen. Die Reste des Blattes trocknen aus und lösen sich dabei von der Knolle.

Die Teufelszunge ist eine seltene, aber wenig anspruchsvolle Kübelpflanze. Im Herbst fällt das Blatt in sich zusammen und die Knolle kann kühl, trocken und vor Frost geschützt überwintern. Ab einem Gewicht der Knolle von etwa 500 g bildet sich im Frühjahr eine recht imposante Blüte, die ähnlich streng riecht wie beim großen Bruder Titanwurz  (Amorphophallus titanum).

Die Teufelszunge bildet während der Vegetationsperiode  Tochterknollen, die nach Ablauf der Vegetationsperiode mit der Mutterknolle nicht mehr verbunden sind. Solche Tochterknollen bieten wir Ihnen im Shop als Sortiment an. Dies enthält sechs bis acht unterschiedlich große Knollen mit einem Gesamtgewicht größer 70 g.

Die Knolle ist reich an Glucomannanen-Polysaccaride, die im menschlichen Darm nicht gespalten werden und große Mengen Wasser binden. Sie zeigt hervorragende  filmbildende  Eigenschaften und wirkt hydratisierend. Uns ist sie in Zusammenhang mit der Papierherstellung begegnet: Bei der traditionellen Handpapierherstellung in Japan verleiht Konnyaku, eine Mischung von Konjakmehl, Wasser und Kalkwasser, dem Papier Festigkeit zum Färben, Reiben, Falten und für andere Manipulationen wie Momigami. Die Konjakwurzel wird auch häufig für kosmetische Produkte benutzt

Eingepflanzt bis Ende Mai /Anfang Juni erhält man im Oktober/November eine etwa doppelt bis fünfmal so schwere Knolle wie ausgepflanzt sowie kleinere Tochterknollen.

Hanfmythen genau betrachtet – hemp myth buster 1 – Das “Sauerstoffwunder”

Im Zuge der Heiligsprechung der Hanfpflanze zur weltrettenden Wunderpflanze kann sich auch ein Wohlmeinender (ich arbeite mit Freude in der Hanfwirtschaft) einer gewissen Enervierung durch fahrlässig oder vorsätzlich verbreiteten Unfug nicht entziehen.

Hier also zumindest einige Gedanken zu einer etwas fundierteren Auseinandersetzung mit der folgenden These, gehypt in englischen, französischen deutschen – ansonsten durchaus ernst zu nehmenden – Fachgruppen:

One acre of hemp produces as much oxygen as 25 acres of forest !!!

 Un acre de chanvre produit autant d’oxygène que 25 acres de forêt !!!

 Ein Hektar Hanf produziert so viel Sauerstoff wie 25 Hektar Wald !!!

Zunächst gilt es festzustellen WAS eigentlich miteinander verglichen werden soll: ein Hanfbestand auf einem spanischen Grenzertragsstandort mit chronischem Wassermangel mit einem Regenwald  im Amazonasbecken? Ein Hanfbestand auf einem feuchten, nährstoffreichen ungarischem Niedermoor mit einem Wald nahe der Baumgrenze im Hochgebirge?

Nein, besser doch landwirtschaftliche Nutzflächen in relativer Nähe zu Wäldern, noch besser “Wälder” auf potenziellen landwirtschaftlichen Nutzflächen, also mit ähnlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich Niederschlag, Bodenverhältnissen und Temperaturen: naheliegend also ein Vergleich von Kurzumtriebsplantage Laubholz gegen sommeranuelle Kultur Hanf!

Wenig überraschend stellen sich die Mengenverhältnisse in einem solchen Vergleich dar: Kurzumtriebsplantagen auf leichten bis mittleren Böden Deutschlands kommen auf etwa 10 t bis 15 t je Hektar und Jahr lufttrockenen erntefähigen Aufwuchs (15% Restfeuchte), Hanf erreicht dort selten mehr als 10 t bis 12 t Aufwuchs je Hektar und Jahr (12% Restfeuchte).

Etwas weniger effektiv als Kurzumtriebsplantagen kommen Nutzwälder mit (gemittelt über alle Altersstufen) einem jährlichen Zuwachs 8 t bis 12 t Trockenmasse (15% Restfeuchte) daher. Der jährliche Massezuwachs von Wald und Hanf liegt also auf durchaus vergleichbarem Niveau. Grund dafür sind natürliche Gesetzmäßigkeiten, denen sich auch “Wunderpflanzen” nicht entziehen können – speziell die Photosythese:

6 H2O + 6 CO2 stehen im Gleichgewicht mit  C6H12O6 + 6 O2

Auf der Basis einer chemischen Standardmenge von 1 Mol bedeutet die Gleichung, dass unter der Photosynthese 108 g Wasser und 264 g Kohlenstoffdioxid  in 180 g Zucker und 192 g Sauerstoff umgewandelt werden.

Die Speicherung von 1000 kg Kohlendioxid in etwa 680 kg Zucker (und später Stärke bzw. Zellulose, Eiweiß, Fett u.a. )  setzt demnach  etwa 720 kg Sauerstoff frei. Bei in der Größenordnung ähnlichem Massezuwachs von Hanf und Holz wird sich auch die Freisetzung von Sauerstoff auf etwa gleichem Niveau einpendeln.

Damit ist die Behauptung, dass eine Flächeneinheit Hanf 25 Mal soviel Sauerstoff freisetzt wie eine Flächeneinheit Wald eindeutig und endgültig widerlegt.

Geht man noch einen Schritt weiter und schaut sich an, was mit dem freigesetzten Sauerstoff bzw. dem gebundenen Kohlendioxid kurz-, mittel-  und langfristig geschieht, so  kann Hanf mit Wald nur dann auch nur ansatzweise mithalten, wenn er weitgehend stofflich verwendet wird, d.h. Hanffaser und Hanfholz in Gestalt dauerhafter Produkte wie etwa hochwertige Textilien oder Baustoffe aus dem Kreislauflauf permanenter Verstoffwechselung bzw. Kompostierung heraus genommen werden.

Dieses Schicksal des Vergehens bleibt rund einem Drittel des oberirdischen Aufwuchses von Hanf ohnehin nicht erspart: Samen, Blatt, Blüten und Rindenbestandteile setzen binnen weniger Monate nach der Ernte das einst in ihnen festgelegte Kohlendioxid wieder frei und “verbrauchen” dabei den zugehörigen, zuvor freigesetzten Sauerstoff.

Das Pflanzfenster für Fasernessel und Ramie ist jetzt offen-und Pflanzen sind verfügbar

Obgleich beides Nesselarten, so ist die Fasernessel besser an hiesige Bedingungen angepasst als die Ramie. Selbst in Mittelgebirgslagen bildet sie – genügend Wasser und Nährstoffe vorausgesetzt – stattliche Bestände. Nach den milden Wintern der letzten Jahre zeigten sich hier in Norddeutschland schon Ende Februar die ersten Sprosse des Neuaustriebs.

Die Ramie lässt sich da schon mehr Zeit: je nach (Boden)Temperatur  kann es gut bis in den Mai dauern, bis sich erste Sprosse zeigen. Dann  aber geht alles sehr schnell – tägliche Längenzunahmen von 8 cm -10 cm sind keine Ausnahme. Bei etwa 2 m Länge ist unter unseren Langtagsbedingungen aber Schluss mit dem Längenwachstum, zur Blüte gelangt unsere Ramie nur unter den etwas kürzeren Tagen und im Weinbauklima des Rheingaues, hier im Norden etwa auf der Breite von Lübeck blüht sie nicht.

Obwohl auch die Fasernessel sehr feine Fasern liefert ist die Ramie doch klar im Vorteil, da ihre Fasern fein UND lang sind. Bei den Blättern wiederum herrscht Gleichstand: In der Volksmedizin werden Blätter von Ramie und Fasernessel  aufgrund ihres hohen Gehaltes an Vitaminen(A, C, B, E) Mineralstoffen  (Kalium, Calzium, Magnesium) Flavonoiden, Polyphenolen und Gerbstoffen geschätzt. Fasernessel und Ramie wirken leicht harntreibend und können so aufsteigenden Harnwegsinfektionen entgegen wirken.

Histaminempfindliche Personen sollten jedoch der Ramie den Vorzug geben, das diese keine Brennhaare besitzt. Vom Mineralstoffgehalt ist oft einem Eistee aus (möglichst frischen) Brennnessel- oder Ramieblättern und (aus geschmacklichen Gründen) Minze oder Zitronenmelisse der Vorzug vor allen möglichen “Elektrolyt-Getränken” zu geben. (der Autor besteht auf einer Mischung mit weiteren Komponenten wir Minze und/oder Speisehanf, da der Geschmack des sortenreinen Nessel- oder Ramietees ihn nicht überzeugt)

Insoweit nutzen wir nicht nur die Ramie- und Nesselfasern für unsere Versuche sondern auch die Blätter für Tee sowie die Holzteile und Pflanzenleime für Dünger.

Wer also an den Aufbau von eigenen Fasernessel- und Ramiebeständen denkt, könnte über das reiche Größensortiment an lebenden Pflanzen im Flachsshop den langen und beschwerlichen Weg über das Saatgut sparen. Nessel pflanzt man von Anfang Juni bis Ende September, Ramie von Mitte Juni bis Mitte September.

Wir haben unser Saatgut-Sortiment Faserlein angepasst

Wie bei vielen guten Dingen im Leben kommt auch für “seinerzeit” gute Faserleinsorten der Zeitpunkt, wo diese Platz für neue Sorten machen: Dieses Jahr trifft es die Sorten Marylin und Calista, die wir zugunsten der neuen Sorte Felice nicht nachgekauft haben.

Die Hauptmenge bilden die Sorten Lisette, Avian und Felice.

Diese drei Sorten bilden ein weites Spektrum von Eigenschaften und Bedürfnissen ab: Während es sich bei Lisette um eine etwas ältere (und bewährte) Sorte mit einem durchschnittlichen Faserertrag (100%) bei vergleichsweise  spartanischen Ansprüchen an Boden und Niederschlag handelt, nimmt Avian mit einem überdurchschnittlichen Faserertrag (105%) eine Mittelstellung ein. Felice mit einem weit überdurchschnittlichen Faserertrag (110%) ist relativ  lagerresistent und unempfindlich gegen die typischen Flachskrankheiten, benötigt für das Ausspielen ihrer Vorzüge optimale Bedingungen hinsichtlich Bodengüte, Nährstoffversorgung und Wasser.

Kleine Mengen Vesta und Calista sind noch erhältlich, wobei Vesta als einzige gebeizte Sorte (etwas ungeliebt) bei uns aus dem Rahmen fällt.

Die Pflanzsaison für Nessel und Ramie hat begonnen

Neben besonders faserreichen Klonen der bei uns gut bekannten Großen Brennnessel (Urtica dioca) halten wir auch die eher subtropische Ramie als Pflanzgut vorrätig. Da von nun an bis in den September hinein keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind öffnet sich ein Zeitfenster, um neben der hinsichtlich Temperatur eher unempfindlichen Fasernessel auch die Ramie auszupflanzen. Während die Fasernessel auch sehr tiefe Temperaturen im Winter weitgehend schadlos übersteht, sollte die Ramie an einem bereits natürlicherweise geschützten Standort ausgepflanzt werden. Zusätzlich muss für eine Frostschutzabdeckung  im Winter gesorgt werden.

Flachsverarbeitung vor 100 Jahren und in unserer Zeit – im Prinzip vergleichbar und doch so verschieden

Ein Glück, dass die filmische Perle Der Flachs und seine Veredelung im Jahr 1918 durch die Zensur gekommen ist. Ein weiteres Glück, dass der damalige militaristische Zeitgeist durch einen einmaligen Auftritt eines Soldaten mit Karabiner und Besserwisserfunktion abgehandelt ist. Ein drittes Glück, dass bis auf die großzügig interpretierte künstlerische Freiheit bei der Entleerung des Wasserröstbassins (es wurden offenbar ohne zwischenzeitliche Röste die soeben in das Röstbecken eingelegten Flachsbündel vom trockenen Beckenboden wieder aufgeladen) die Macher sich viel Mühe gegeben haben, den seinerzeitigen Stand der Technik korrekt wiederzugeben. Auch wenn nicht jeder Betrachter die inhaltliche Geschlossenheit und gemächliche Erzählweise bzw. den seniorengerechten Filmschnitt zu schätzen wissen wird, so gibt der Film doch die harte Arbeitswirklichkeit von Frauen und Männern vor fast 100 Jahren authentisch wieder. Zudem ist der Film ein Muss für jeden herzgesunden Sicherheitsbeauftragten im textilverarbeitenden Gewerbe. Vielleicht auch ein Wunder, dass die Hand beim Flachsschwingen mit der vlämischen Mühle noch alle 5 Finger aufweist.

Ganz anders wurde der be linen movie konzipiert. Mehr Emotion, kurze und knappe Information. Ich habe nur eine englisch untertitelte Version gefunden, der Inhalt ist ohnehin weitgehend selbsterklärend. Der französische Originaltext  lässt jedenfalls einen wesentlichen Unterschied zu dem deutschen (Stumm)film überaus deutlich werden: Er ist eine Liebeserklärung an den Flachs, während der Stummfilm eher die harte Arbeit an und das zähe Ringen um den Flachs transportiert – im Prinzip vergleichbar und doch so verschieden.

 

Flachs und Leinen – die kleine Geschichte zu dem großen Anschauungsset Flachs XL

Wir möchten an dieser Stelle versuchen, die Vielzahl der Muster in unserem Anschauungsset Flachs XL in einen Sachzusammenhang zu setzen, damit der Set in Materialbibliotheken, Seminaren oder Schulungen auch seinen Sinn erfüllen kann. Insbesondere bei im Team zu leistenden Jahresarbeiten, bei denen dennoch eine Aufteilung in einzeln bewertbare Teilbereiche (z.B. Rohstoff, Textile Kette, Technische Anwendungen) erfordern, können wir uns diesen Anschauungsset als ebenso hilfreich wie verbindend vorstellen.
Die im Text fett gesetzten Materialien sind sämtlich in dem Anschauungsset XL enthalten.

Wie so vieles beginnt auch die Geschichte des Leinens mit der Aussaat von Flachssamen, hierzulande oft zwischen Mitte März und Anfang April. Nach etwa 100 Tagen ist der Flachs erntereif, mitsamt Teilen der Wurzel aus der Erde gezogen und getrocknet spricht man dann von ihm als getrocknetem oder ungeröstetem Flachsstroh. Die Kapseln mit den Samen sind nicht vollständig geöffnet, meist finden sich zwischen 5 und 7 (max. 10) Samen je Kapsel. Anders als bei Öllein wünscht man sich beim Faserlein möglichst wenige bzw. kurze Verzweigungen in den Flachsspitzen.
Gelegentlich wird bereits dieses lediglich getrocknete Flachsstroh maschinell weiter verarbeitet: es wird geriffelt (d.h. die Kapseln werden abgekämmt ) und der entkapselte Stängel zwischen Zahnwalzen gebrochenen. Dieses gebrochene Flachsstroh nennt man Brechflachs, früher bei Polsterern aufgrund seiner Rückstellneigung und Haltbarkeit ein beliebter Werkstoff für Sitzpolster. In diesem Brechflachs müssen noch Holzteilchen, die Flachsschäben, enthalten sein, weil nur die Kombination von Faser und Holz für die gewünschten Polstereigenschaften sorgt. Lässt man den ungerösteten Flachs nach dem Brechen weiter durch eine industrielle Flachsschwinge laufen, so werden die Holzteile abgetrennt und man erhält einen ungerösteten Langflachs oder Grünflachs.
Der weitaus gebräuchlichere Weg besteht jedoch darin, das getrocknete Flachsstroh einem natürlichen, mikrobiologischen Aufschluss auszusetzen. Dieser Aufschluss kann entweder von Pilzen auf dem Acker bewirkt werden (Tauröste) oder von Bakterien in einem Wasserbassin oder in einer Röstkuhle (Wasserröste). Am Ende beider Verfahren steht der weitgehende Abbau von u.a. Pektinen, das sind Pflanzenleime, welche die äußere Faserschicht mit dem inneren Holzteil verkleben und so für die Stabilität im Flachsstängel sorgen. Die Tauröste dauert je nach Witterung 3 bis 6 Wochen und erbringt das Tauröststroh, die Wasserröste dauert je nach Wassertemperatur und Mineralgehalt des Röstwassers 5 bis 40 Tage und erbringt das Wasserröststroh. Im Unterschied zu den ungerösteten Flachsstängeln lassen sich die Stängel der beiden gerösteten Varianten leicht zwischen Daumen und Zeigefindern brechen und die Holzteile ausstreifen. Diese Holzteile werden Scheben oder Schäben genannt und bilden ein wertvolles Kuppelprodukt der Flachsgewinnung, welches sich u.a. hervorragend als Tiereinstreu oder Torfersatz in Blumenerde eignet.
Die industrielle Flachsfaseraufbereitung teilt demnach das im Tau oder mit Wasser aufgeschlossene Flachsstroh in zwei Faserfraktionen sowie die oben bereits erwähnten Kapseln und die Scheben auf. Bei den Faserfraktionen handelt es sich um die so genannten Langfasern und das Schwungwerg, die jeweils in getrennten Produktlinien weiter verarbeitet werden.
Der Langflachs, einerlei ob Tauröstflachs oder Wasserröstflachs wird, ebenso wie chemisch gebleichter Grünflachs,  im nächsten Arbeitsschritt gehechelt. Früher (und in unserer kleinen Flachswerkstatt) geschah bzw. geschieht dies von Hand, indem die einzelnen Langflachsvarianten immer wieder über Sätze von immer feiner werdenden Kämmen geführt werden. Als Kuppelprodukt zu dem faserparallelen Hechelflachs fällt an dieser Stelle auch das Hechelwerg an. Dabei handelt es sich um jene Flachsfasern, die beim Kämmvorgang in den Hechelkämmen hängen geblieben sind.
Wird das Hecheln maschinell durchgeführt, so erhält man ein Faserband, in welchem der Hechelflachs dachziegelartig über- bzw. aneinander gelegt wurde. Dieses Hechelband wird im Folgenden immer feiner verstreckt, gekämmt und schließlich mit geringer Drehung zu einem Vorgarn, der sog. Flyerlunte, versponnen, aus dem schließlich im traditionellen trockenen oder nassen Ringspinnverfahren das eigentliche Leinengarn entsteht.
Während der Langflachs über den gesamten Verlauf der Flachsschwinge oder Schwingturbine in eingeklemmtem, parallelen Zustand gehalten wird, liegen die beim Ausschlagen der Schäben mitgerissenen Fasern, das sog. Schwungwerg, in einem wirren, ungerichteten Zustand vor. Zudem enthält das Schwungwerg zunächst noch beträchtliche Mengen an Schäben, die in speziellen Reinigungsmaschinen (Wergschüttler, Wergschwinge) überwiegend abgetrennt werden.
In großen Maschinen mit benadelten Walzen, den Flachskarden, wird das Flachswerg parallelisiert und zu einem Band geformt. Sehr grobe Leinengarne werden direkt aus diesem Band ersponnen. Wertet man das Schwungwerg durch Zumischen von Hechelwerg auf, können analog dem Verspinnen von Langflachs aus dem Kardenband nach Verstrecken und Kämmen auch mittlere Garnfeinheiten gesponnen werden.
Daneben können Schwung- und Hechelwerge auch „cotonisiert“ werden. Dabei werden die vergleichsweise langen (150 bis 350 mm) technischen Flachsfaserbündel durch spezielle Maschinen etwa auf die Faserlänge (30 bis 45 mm) der Baumwolle eingekürzt und im Faserquerschnitt aufgespalten. Dabei können sowohl naturbelassene Werge als auch zuvor gebleichte Werge genutzt werden. Das so erhaltene graubraune oder weiße „Cotonisé“ kann dann mittel Baumwollspinntechnologie in Bandform gebracht und mit leistungsfähigen Ring- oder Open-End-Spinnmaschinen zu Garnen versponnen werden. Mischt man den cotonisierten Flachs in der Spinnereivorbereitung mit anderen Fasern wie beispielsweise Baumwolle, Seide, Polymilchsäurefasern oder Polyester, so erhält man Mischbänder, auch Hybridbänder genannt, die dann entsprechende Mischgarne ergeben.

Neben textilen Zwecken findet das Schwungwerg auch Verwendung in einer Vielzahl von technischen Produkten: Schneidet man im Parallelschnitt beispielsweise ein aus besonders hochwertigen Wergen gefertigtes Kardenband in kurze, dabei einheitlich lange Stücke (z.B. 6 mm) dann erhält man eine Kurzstapelfaser 6 mm, wie sie u.a. in Reibbelägen für KFZ und Bahn verwendet wird.
Vergrößert man die Schnittlänge auf z.B. 80 mm, dann bildet diese Langstapelfaser 80 mm das Ausgangsmaterial für höchstwertige Vliese oder, gemischt mit thermoplastischen Fasern, das Ausgangsmaterial für Biocomposites mit hohen Einzelfaserlängen im Compound wie z.B. in einem Pull-Drill Flachs/PP Biocomposite.
Liegen die Flachsfasern in kürzer Form vor, können sie gemeinsam mit als Granulat vorliegenden thermoplastischen Kunststoffen in Schneckenextrudern erhitzt, miteinander vermischt und granuliert werden. Auf diese Weise wird ein spritzgussfähiges Granulat gewonnen, welches zu einer Vielzahl von Naturfaser verstärkten Kunststoffteilen endverarbeitet werden kann.

Da gebleichtes und gereingtes Schwungwerg nahezu vollständig aus Cellulose, Hemicellulose und Pektin besteht, kann man daraus in speziellen Mühlen eine Feinfaser kleiner 160 my herstellen, die zum kalorienfreien Eindicken bzw. als Stellmittel von beispielsweise industriell gefertigten Desserts eingesetzt werden kann.

Ab der Stufe Leinengarn (hier wechselt üblicherweise der Name von Flachs zu Leinen) wird, mit einigen Abstrichen, die industrielle Basis wieder breiter. Leinengarne in einem weiten Feinheitsbereich Nm 2 bis Nm 60 (d.h. mit Lauflängen zwischen 2m und 60 m je Gramm Garn) können als Einfachgarn oder Leinenzwirn verwebt, verstrickt oder gewirkt werden. Auch ein Färben, Bleichen, Beschichten oder Bedrucken der so entstehenden textilen Flächen ist möglich. Es entsteht eine breite Palette von zehntausenden verschiedener Leinenstoffe für Bekleidung, Heimtextilien oder technische Anwendungen. Wir haben als universell nutzbares Beispiel für ein Leinentextil ein Paar  aus Reinleinen zum fusselfreien Polieren von Gläsern ausgewählt.

Den Set mitsamt einer Auflistung der darin enthaltenen Muster finden Sie hier

Kann man Faserlein essen? Ja, und es bleiben noch nicht einmal Fasern zwischen den Zähnen hängen….

Im Flachsshop findet sich von Anfang Faserleinsaat für den Anbau von Flachs im Kleinen. Nun haben wir  Faserleinsaat in einem Leinenbeutel (mind. 150 g Faserflachssamen) zu dem bestehenden Angebot hinzu genommen.

Es handelt sich dabei um ungebeiztes, d.h. nicht gegen Schadpilze und Schadinsekten chemisch behandeltes Saatgut, welches natürlich auch regulär zur Fasergewinnung in die Erde gebracht werden kann.

Gedacht ist diese Packungsform jedoch besonders für jene Menschen, die an der besonderen Wirkung von Faserleinkeimlingen auf den menschlichen Organismus interessiert sind. Diese liefern ein breites Spektrum an wichtigen gesundheitsfördernden Nährstoffen, wie gesunden Fetten, Antioxidantien, B-Vitamine, (Riboflavin, Niacin, Thiamin, Pantothensäure, Vitamin B6 und Folsäure), Vitamin E (insbesondere Gamma-Tocopherol), Kalium und eine Gruppe der Phytoöstrogene, die sogenannten Lignane.

In der Flachspflanze wirken diese Lignane als Abwehrstoffe gegen Infektionen und Pilzbefall, daneben scheinen sie auch in bislang unbekannter Weise das Pflanzenwachstum zu kontrollieren.

Im menschlichen Darm werden die Lignane aus Flachskeimlingen (für weitergehend Interessierte : Secoisolariciresinol (SEC) und Matairesinol (MAT)) durch Bakterien in Enterolakton und Enterodiol umgewandelt. Ein hoher Spiegel dieser Substanzen im menschlichen Blut senkte in großen Studien signifikant das Risiko an jenen Tumoren zu erkranken, die keinen Rezeptor für das weibliche Geschlechtshormon Östrogen („ER-negative Tumoren“) tragen.

In-vitro-Experimente an der Universitätsfrauenklinik Rostock mit von uns gelieferten Keimlingen  lassen darüber hinaus den Schluss zu, dass auch das Wachstum bestimmter ER-positiver Mammacarcinomzelllinien („HCC-70“) von Lignanen aus Faserleinkeimlingen gehemmt werden kann.

Bitte beachten Sie, dass wir in diesem Blog keinerlei Heilungsversprechen abgeben, sondern lediglich die Möglichkeit einer Vorsorge durch phytotherapeutisch wirksame Nahrungsmittel darstellen.

Faserleinkeimlinge schmecken nicht wirklich schlecht, müssen jedoch auch nicht gerade als Delikatesse gelten. Ich selbst und einige Menschen in meiner Umgebung bevorzugen beim Verzehr eine Mischung von Faserleinkeimlingen mit parallel hergestellten Alfalfa- oder Rettichkeimlingen oder deren Zugabe zu kräftig schmeckenden Salaten wie Ruccola oder Feldsalat.

Die Anzucht von Faserleinkeimlingen führen wir in großen, flachen Schalen durch, die mit einem möglichst groben, wasserspeichernden Substrat (z.B. Blähton > 1cm oder Kimalit)gefüllt sind. Dies vor allem deshalb, weil wir einen möglichst großen Anteil der Wurzeln mitternten möchten. Auch weichen wir die Flachssamen nicht ein, sondern streuen sie mit etwa 8 Samen je cm2 (umgerechnet etwa 5 g auf die Größe eines DIN A 4 Blattes) über das Granulat und wässern anschließend gründlich. Danach bedecken wir das Ganze je nach Jahreszeit für 4 bis 6 Tage mit einer Folie. Auf der Fensterbank einer Privatwohnung herrschen sicherlich andere Bedingungen als in unserem im Winter recht ungemütlichen Kalthaus, so dass nach 3 bis 4 Tagen die Keimlinge zu sehen sein sollten.

Spätestens zur Ernte wird klar, warum wir ein möglichst grobes Speichergranulat empfehlen: „Rauft“ man ein Büschel Keimlinge, so lassen sich grobe Granulatteilchen sehr leicht ausschütteln, während feine Fragmente nur mühsam aus dem Wurzelgeflecht zu entfernen sind, oder, falls dies nur unzureichend geschieht, ein echtes mineralisches Genusshemmnis darstellen.

Neben dem direkten Verzehr der Keimlinge bietet es sich an, diese zusammen mit bspw. jungen Brennnessel- oder Nutzhanfblättern in Green Smoothies zu verarbeiten.

Wir nutzen die Flachskeimlinge bzw. den daraus hergestellten Presssaft zudem als Bestandteil einer die Haut regenerierenden Lotion. Aber das ist eine andere Geschichte…

Rechtzeitig zur Aussaat – weitere Faserleinsorten im Programm

Flachs blau blühend

Flachs blau blühend

Nun kommt bald das Frühjahr, die richtige Zeit für eigene Anbauversuche mit Flachs. Um Ihnen die Möglichkeit dafür zu geben, haben wir zwei weitere Faserleinsorten in unser Programm genommen.

Bisher konnten Sie bei uns lediglich die Sorte Marylin erhalten. Sie ist zwar nicht die schnellste in der Jugendentwicklung, hat dafür aber eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen das gefürchtete „Lagern“. Dabei wird der Flachs kurz vor oder in der Blüte durch die Kombination von Wind und Regen niedergedrückt und bleibt, zumindest bei ungünstigem Wetter, bis zur Ernte auf dem Boden liegen. Dadurch ist weder das Raufen sehr vergnüglich noch wird das – zwangsläufig verwirrte Stroh- nach Rösten und Schwingen eine gute Faser bringen.
Vom Faserertrag her ist Marylin ein wenig in die Jahre gekommen, erreicht sie doch nur etwa 90 % bis 95 % der – hinsichtlich Standfestigkeit oft freilich heikleren – neuesten Sorten. Deshalb werden wir Marylin irgendwann durch ihre quasi direkte Nachfolgerin Lisette ersetzen.

Neu bei uns ist die blau blühende Sorte Noemi mit einer eher langsamen Jugendentwicklung, einem sehr hohen Fasergehalt, einem guten Strohertrag und daraus folgend einem sehr hohen Fasergehalt je Flächeneinheit. Noemi hat hat gute Eigenschaften hinsichtlich Widerstandsfähigkeit gegen Lagerbildung. Hinsichtlich Erntetermin zählt Noemi nicht zu frühesten Sorten, dafür bringt sie jedoch mit einen hohen Samenertrag.

Die Dritte im Bunde ist Avian, eine neue, sehr leistungsfähige Sorte. Sie verbindet eine eher langsame Jugendentwicklung mit einer etwas früheren Abreife. Sie gilt als ebenso lagerresistent wie Marylin und Lisette, so ist Avian doch in dieser Hinsicht die beste unter den Hochleistungssorten. Ihre Vorzüge liegen klar im Bereich von Fasergehalt und Faserertrag je Flächeneinheit.

Um Ihrer Experimentierfreude ein wenig entgegen zu kommen, haben wir zusätzlich zu den Einzelpackungen zwei Experimentierkollektionen zusammengestellt.

Dabei erhalten Sie entweder je 50 g dieser drei Sorten zum gegenüber dem Einzelpreis (13,50 €) auf 9,90€ reduzierten Paketpreis oder Sie
können jeweils 1 kg der drei Sorten erhalten, wobei der Paketpreis sich gegenüber dem Einzelpreis (39,50 €) auf 29,90 € reduziert.

Alle unsere Flachssorten sind ungebeizt, d.h. nicht mit üblichen chemischen Saatgutbehandlungsmitteln gegen Pilze oder Insekten versehen. Sie können daher bedenkenlos von blanker Hand säen.

Links die mittelfrühe Sorte, mittig die späte Sorte und rechts die weiß blühende Sorte

Links eine mittelfrühe Sorte, mittig eine späte Sorte und rechts eine weiß blühende Sorte

 

Pariser Stoffmessen – Stoffe Sommer 2016

Wenn Du nicht überzeugen kannst: Verwirre! – Ein alternativer Messebericht von den Pariser Stoffmessen Stoffe Sommer 2016 aus Sicht eines Überzeugungstäters

Nach einigen Jahren der Abstinenz hat es den Autor erstmals wieder zu einem der bekanntesten Standorte für Stoffmessen hingezogen: Paris.

Zum hinsichtlich Wetter unfreundlichen Februarbeginn kein Ort zum Flanieren oder für den Besuch eines Straßencafés. Statt dessen in einer nördlichen Vorstadt, strategisch günstig in Flughafennähe, zwei separate, sich zeitlich überschneidende Angebote: Die “Texworld” als “Massenmesse”, in der Orders unter 10.000 lfm als sehr klein gelten und bei der es in eher spartanischer Umgebung vornehmlich um Preise und Mengen (Originalton: “I need 50000 meters of that fabric, can you hit my pricelimit of 2,85 US$ per meter?”) geht.

Daneben die “Premiere Vision”, vor 25 Jahren die Speerspitze der Stoffmessen, insbesondere was Trends bei Materialien, Bindungen und Farben anging und heute noch ebenso liebevoll wie stilsicher inszeniert.
Inzwischen zeigen sich nicht mehr überwiegend Trends nur oder zuerst auf der Premiere Vision; es haben sich früher stattfindende Stoffmessen etabliert und die Trendberater in Halle 5 tun sich sich schwerer mit der digitalen Schwarmintelligenz, die der einstigen Vorherrschaft der Trendbüros mehr und mehr den Rang abläuft.

Auch ökologische Fragen haben auf beiden Messen eine gewisse Bedeutung gewonnen, ebenso soziale Fragen wie Arbeiterrechte und Arbeitsbedingungen. Wer jedoch – wie der trotz seines Alters noch hoffnungslos sozialromantische Autor – darauf gehofft hatte, dass sich aus den vornehmlich deutschsprachigen Insellösungen der frühen neunziger Jahre ein klare ökologische Alternative zum Massengeschäft durchsetzen würde, sah sich getäuscht:
Zwar ist inzwischen das GOTS-Label (Global Organic Textile Standards) eingeführt, welches eine Nachverfolgbarkeit der Materialien, die relative Umweltverträglichkeit der Produktionsprozesse sowie die Einhaltung von Grenzwerten von Textilchemikalien im Endprodukt und Mindestanforderungen für soziale Standards entlnag der textilen Produktionskette zusagt. Unscharf wird es bei näherem Hinsehen: Neben dem Standard “Fasern aus kontrolliert biologischen Anbau bzw. Wirtschaftsweise” (“Organic Textiles”) mit mindestens 95% ebensolcher Fasern gibt es noch den Standard “Textilien basierend auf mindestens 70% kontrolliert biologisch erzeugten Fasern”. Dies bedeutet, dass die restlichen 30 % Faser im Textil irgendwelche Natur- oder Chemiefasern sein dürfen und trotzdem ein GOTS-Label daran baumeln darf.

Für einen Minimalgehalt von 5% kontrolliert biologisch erzeugter Naturfasern sieht das Label recht "grün" aus.

Für einen Minimalgehalt von 5% kontrolliert biologisch erzeugter Naturfasern sieht das Label recht “grün” aus.

Noch einen Schritt weiter (zurück) geht der OCS-Standard (Organic Content Standard) der sich ausschließlich mit der Herkunft und Nachverfolgbarkeit der verwendeten Rohstoffe, nicht jedoch mit den weiteren Produktionsschritten, befasst. Dieser OCS-Standard differenziert nochmals zwischen zwischen “OCS 100″ (mindestens 95% Fasern aus kontrolliert biologischer Erzeugung) und “OCS blended” mit einem Gehalt von mindestens 5% (in Worten: fünf Prozent) an Fasern aus kontrolliert biologischer Erzeugung. Das bedeutet, dass ein T-Shirt aus 93% konventioneller Baumwolle, 2% Elasthan und 5% Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau mit einem zumindest “grün” wirkenden Label ausgezeichnet werden kann. Dies ist nach dem – nicht justiziablen – Eindruck des Autors mehr eine Einladung zum Greenwashing als zum verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten.
Ein weiterer, relativ neuer Zertifizierungstrend ist der ERTS-Standard (Ecological and Recycled Textiles Standard. Dieser steht für eine Verwendung von mindestens 70% konventioneller Naturfasern (z.B. Baumwolle) und/oder Fasern aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Viskose aus Holz) und/oder recycelten Fasern (z.B. Polyester aus PET-Flaschen). Daneben wird auf gefährliche Chemikalienrückstände in den Endprodukten kontrolliert, der Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion bestimmt sowie die Einhaltung von grundsätzlichen sozialen Standards überwacht. Mit anderen anderen Worten: dieser Standard ist gut geeignet, um recyceltes Polyester und Viskose bzw. Mischungen konventionell erzeugter Naturfasern zu vermarkten.

Hoffentlich gut gemeint, sicher nicht gut gemacht -Ökoinformationssystem der Messegesellschaft Frankfurt

Hoffentlich gut gemeint, sicher nicht gut gemacht -Ökoinformationssystem der Messegesellschaft Frankfurt

 

Da muss es nicht verwundern, wenn die mengenmäßig und damit wirtschaftlich bedeutendere Messe “Texworld”, immerhin von der Frankfurter Messegesellschaft veranstaltet, auf diese unübersichtliche Lage noch einmal draufsattelt und ihre eigene Interpretation von textilem Eco-Labeling ihren Ausstellern und Besuchern zur Hand gibt. Aber selbst eine “Sustainable Lounge” kann nicht über die allgemeine Verwirrung der Veranstalter, Aussteller und Besucher hinwegtäuschen, hatte doch hinter keine der drei zufällig ausgewählten Stofflaschen dieser Sonderschau einen belastbaren realen Hintergrund an den Ständen der Hersteller (Originalton bei der Präsentation eines Handyfotos von eco-gelabelten Leinenstrick: “We do not have any organic linen, it must be an mistake”)

Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht vereinzelt “Überzeugungstäter” ihre korrekt über die gesamte Produktionskette gelabelten Stoffe aus mehr als 95% kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern anboten. Ihre Gesichter jedoch hatten den gleichen, irgendwie fragenden Ausdruck der Naturtextilpioniere der achtziger und frühen neunziger Jahre: Wie kann ich die ökologische Vorzüglichkeit meiner Stoffe kommunizieren? Und dann auch noch zu angemessenen Preisen verkaufen?

Aber Hand aufs Herz: wenn es den großen Konfektionären so leicht gemacht wird, aus billigeren, weil eigentlich nur nach guter fachlicher Praxis hergestellten, Stoffen auch noch irgendwie umweltfreundliche Kleidung auszuloben, welcher angestellte Produktmanager greift dann nicht mit gutem Gewissen bei entspannten Verhältnis zum Controlling zu?
Und wer ist nicht bereits am Kühlregal überfordert, wenn es zwischen “Heumilch”, “Weidemilch”, naturnah erzeugter Milch, Bioeigenmarke des Discounters oder regional erzeugter Biomilch mit der Geldbörse abzustimmen gilt?

Symptom für die richtige falsche Richtung: Google-Suchergebnis für "Ökolabel Textil" im Febraur 2015

Symptom für die richtige falsche Richtung: Google-Suchergebnis für “Ökolabel Textil” im Febraur 2015

Ach ja, neben dem Labelfrust und der Erkenntis, dass die Marktmechanismen sich in den letzten 25 Jahren nicht im Mindesten verändert haben, gab es noch eine Stofflust: Wird in der Sommermode 2015 noch viel Leinen in Mischungen mit Baumwolle und Viskose zu sehen sein, so stehen für den Sommer 2016 verschiedenste Reinleinen in den Startlöchern. Gebleicht und Natur, aber auch in der Fläche gefärbt und oft digital bedruckt.

Bedauerlicherweise für den Laien auf den ersten Blick fast nicht unterscheidbar, hängen beste Leinenstoffe von Solbiati aus Italien neben No-Names aus Pakistan. Aber das Problem des mangelnden Qualitätsbewußtseins hatten wir ja schon bei der Milch, immerhin sind für ein umso ausgeprägteres Preisbewußtsein nur die Grundrechenarten und kein Fingerspitzengefühl erforderlich.
Der geneigte Leser mag sich nun in Kenntnis der Grundrechenarten fragen, weshalb GOTS-gelabelte Textilien nur zu mindestens 95% aus kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern stammen müssen oder anders herum: Was ist mit den restlichen 5%? Das Rechenrätsel ist schnell gelöst. Farbstoffe wiegen auch, ebenso synthetische elastische Garne, ohne die funktional notwendige Bündchen nun mal nicht hergestellt werden können.

Er mag sich auch fragen, ob angesichts der baylonischen Verwirrung im Bereich der Kennzeichnung ökologisch vorteilhafter Textilien etwas falsch läuft. Der Autor fürchtet hingegen, dass hier nichts falsch läuft, sondern es genau richtig läuft: Eben nur nicht in die Richtung, die sich die Pioniere auf dem Naturtextilsektor vorgestellt haben, sondern in jene, die von den “Greenwashern”, den Marketingstrategien der Großunternehmen und dem zugehörigen Controlling gewünscht wird.

 

Speziell für HandspinnerInnen: 12-teiliges Anschauungsset Handspinnfasern

Zugegeben: wenn man in unserem Shop alle zum Handspinnen geeigneten Fasern in den regulären Verkaufseinheiten zum Ausprobieren bestellen würde, käme man nicht nur leicht auf einen dreistelligen Rechnungsbetrag, sondern es würde auch jede Menge von jenen Fasern übrigbleiben, die für die individuellen Zwecke eben nicht so recht passen. Wir haben uns daher entschlossenen, geringe Mengen einzelner Fasertypen separat zu verpacken und als eine Art Kollektion Versuchsmaterial anzubieten.

– Langflachs aus Tauröstflachs
– Langflachs aus Grünflachs, gebleicht
Diese beiden Fasertypen sind ohne vorheriges Hecheln nur schwer zu verspinnen. Versuchsweise jedoch in Vollwaschmittel kurz aufkochen, gut spülen und bereits dabei in einen möglichst breiten Faserbart auffächern. Eher seitlich am Bart abziehen

– Hechelflachs aus Langflachs / Tauröste
– Hechelflachs aus Langflachs / Wasserröste
– Hechelflachs aus Langflachs gebleicht
Diese drei Fasertypen lassen sich ohne jede weitere Vorbereitung gut verspinnen

– Kardenband aus Schwungwerg (Industriekarde)
Kardenband lässt sich gut nach vorne abziehen, die mittlere Faserlänge liegt bei etwa 80 mm, es enthält jedoch noch vereinzel Holzteile, die lediglich ein gröberes Garn zulassen.

– Hechelwerg aus Langflachs gebleicht
– Hechelwerg aus Langflachs Wasserröste mit Handkarde zu Vlies verarbeitet
Diese beiden Fasertypen mit mittleren Faserlängen im Bereich von 100mm eignen sich sowohl zum Verspinnen als Reinfaser als auch zur Mischung mit Wolle oder Wildseide auf der Trommelkarde.

– Flachsfaser aus Schwungwerg Tauröstflachs (in Flocke, industriell gebleicht und cotonisiert)
– Spinnband aus cotonisiertem und gebleichtem Schwungwerg
– Spinnband aus mechanisch cotonisiertem Schwungwerg
Cotonisierte Flachsfasern haben – wie der Name bereits sagt – eine Faserlänge, die etwa derjenigen der Baumwolle (30mm bis 50 mm) entspricht. Wer also bereits Erfahrungen mit der Baumwollspinnerei hat wird hier zufrieden sein. Das Abziehen gelingt Anfängern besser aus den Bändern als aus der Flocke.

– Referenz Kammzug/Spinnband Ramie
Bei dem Ramiekammzug handelt es sich mit Abstand um die feinste aller erhältlichen Bastfasern. Aus diesem Spinnband wird industriell ein Garn Nm 60/1 (1g Garn läuft 60 Meter) trocken (!) ersponnen. Die durchschnittliche Faserlänge im Band liegt bei über 120 mm. Gut aus dem Band abziehbar. Feiner haben nur die alten Ägypter von Hand gesponnen.

Neue Leinenzwirne eingetroffen

Ein Ausbund an Feinheit sind sie eher nicht – aber rustikal oder hochfest sind sie allemal: Wir haben dieser Tage 5 neue Leinenzwirne in unser Programm aufgenommen, trocken oder naß gesponnen, poliert oder mit abstehenden Faserenden. Obwohl sich die Endnummern, d.h. der Garntiter der Zwirne, mit Nm 0,63 bis Nm 1,2 in einem recht engen, groben Bereich bewegen, so ist die Herstellungsweise und deren Rohstoffbasis doch sehr breit gefächert. Schwungwerg, Hechelwerg und Langflachs sind die Ausgangsmaterialien, die trocken, heißnaß und Vorgarn gekocht bzw. gebleicht versponnen wurden. Der trocken gesponnene Zwirn Nm 1,25/2 ist sehr rustikal und sieht bereits im Garn “mittelalterlich” aus, der Langflachszwirn Nm 10/10 in natur ist ein extrem fester Sattlerzwirn, während seine gebleichte Variante Nm 10/10 auch als nicht faserndes Küchengarn beste Dienste leisten wird. Der in preisgünstigen Knäueln angebotene gebleichte und polierte Zwirn Nm 2,4/2 ist ein idealer Bindfaden und damit ein schönes  Bastel- und Dekomaterial. Der sehr geschmeidige Zwirn Nm 4,8/4 kommt nach unserer Einschätzung auch als Handstrickgarn in Betracht. Im Unterschied zu einigen früher im Shop angebotenen Garnen, die mangels Nachlieferfähigkeit aus dem Programm genommen werden mußten, sollten diese “neuen” Zwirne dauerhaft bei uns erhältlich sein.

Verwandtschaftsbesuch – neue Hanfgarne eingetroffen

Wir haben zwar unseren Schwerpunkt eindeutig auf Flachs und Leinen gelegt, freuen uns aber dennoch, den Besuch von naher Verwandtschaft mitteilen zu können. Angeregt durch Nachfragen unserer Kunden nach guten Hanfgarnen haben wir lange und ausführlich recherchiert und siehe da – wir sind auf eine Quelle guter und bezahlbarer Hanfgarne gestoßen. Hanf hat wie Flachs zwar auch in Mitteleuropa eine lange Tradition, jedoch ist hierzulande kaum noch eine textile Aufschlusstechnologie für Faser, geschweige denn traditionelle Spinntechnologie verfügbar.

Flachs und Hanf – die klassischen Bastfaserpflanzen unserer Breiten

Flachs und Hanf – die klassischen Bastfaserpflanzen unserer Breiten

Zwangsläufig vorsichtig haben wir zunächst nur einige Muster geordert. Das derzeit in Form dieser Musterkonen vorhandene Garnspektrum reicht von Nm 5/1 bis Nm 39/1, d.h. die Garne haben je Gramm eine Lauflänge zwischen 5 und 39 Metern. Bis auf das trocken gesponnene, gröbste Garn (Nm 5/1) sind alle Garne nass gesponnen und im Vorgarn oder Band gebleicht.

Entscheidend für das Ausspinnen feiner Garne ist die Befreiung der Hanffaser von den „Pflanzenleimen“, den Pektinen.

Entscheidend für das Ausspinnen feiner Garne ist die Befreiung der Hanffaser von den „Pflanzenleimen“, den Pektinen.

Glücklicherweise ist der Hanf nicht überbleicht worden, so dass die nass gesponnenen Garne eine Farbe wie Champagner aufweisen. Beim Umspulen haben wir uns von der guten Qualität der feineren, nass gesponnenen Garne (Nm 8,5/1, Nm 24/1, Nm 39/1) überzeugen können – wenig Flusen, kaum Dickstellen, keine Noppen.

Für Sie umgespult – die neuen Hanfgarne im Überblick.

Für Sie umgespult – die neuen Hanfgarne im Überblick.

Das trocken gesponnene Hanfgarn Nm 5/1 macht vom Geruch her kein Geheimnis aus seiner Herkunft; die Fasern stammen zweifelsfrei von in Wasser geröstetem Hanf. Seine Qualität ist von anderer Art als die der gebleichten Hanfgarne: Es hat eine sehr voluminöse, rustikale Anmutung und wirkt eher wie ein von Hand gesponnenes Garn. Seine Zugfestigkeit ist nicht besonders ausgeprägt, es finden sich reichlich abstehende Fasern, die beim Umspulen auch ihre Spuren hinterlassen. 

Neben einer textilen Nutzung als Handwebgarn für grobe Gewebe (aufgrund der vielen abstehenden Fasern empfehlen wir das Bestreichen der Kette mit Stärkekleister als Schlichte) kommt dieses Garn aufgrund seiner „altertümlichen“ Optik und Haptik auch sehr gut für museale Zwecke, Mittelaltermärkte oder experimentelle Archäologie bzw. Reenactment in Frage.

Technisch etwas feiner, optisch und haptisch jedoch völlig anders stellt sich das nass gesponnen Hanfgarn Nm 8/1 dar. Neben einer textilen Nutzung als Maschinen- oder Handwebgarn für grobe Gewebe bzw. Maschinen- oder Handstrickgarn kann dieses Garn aufgrund seiner Festigkeit auch sehr gut für Bogensehnenherstellung, museale Zwecke oder experimentelle Archäologie bzw. Reenactment genutzt werden. 

Deutlich feiner kommt das Hanfgarn Nm24/1 daher. Es kann als Maschinen- und Handwebgarn für mittelfeine Gewebe genutzt werden und wäre nach unserer Einschätzung auch einen Versuch auf Rundstrickmaschinen zur Herstellung eines leichten Hanfjersey wert. Aufgrund seiner Festigkeit können wir uns auch eine Verwendung bei der Herstellung von Bogensehnen oder als Handnähgarn vorstellen. 

Der letzte Neuankömmling ist ein Hanfgarn Nm 39/1. Aufgrund der hervorragenden Rohstoffrezeptur und der ausgefeilten Spinntechnologie kann ein für Hanf extrem feines Garn erzielt werden. Dieses Garn fällt sehr gleichmäßig aus und ist auf den ersten Blick nicht von einem Flachsgarn gleicher Garnstärke zu unterscheiden. Neben einer textilen Nutzung als Maschinen- oder Handwebgarn für feinste Gewebe kommt dieses Garn aufgrund seiner hellen Optik und relativen Festigkeit auch sehr gut als Handnähgarn für Ziernähte sowie für experimentelle Archäologie bzw. Reenactment in Frage. Sofern man sich die Mühe eines vielstufigen Zwirnens machen will, sollte diese feine Hanfgarnnummer aufgrund ihrer sehr hohen spezifischen Oberfläche Bogensehnen mit hoher Festigkeit und geringer Dehnung bzw. Elastizität ergeben.

Trotz der teilweise sehr langen Lieferzeiten erwägen wir, diese Garne auf Industriekonen und damit in größeren Mengen bzw. je Gewichtseinheit deutlich günstiger Gewerbekunden anzubieten. Insoweit sind gewerbliche Anfragen erbeten. Für diese Kundengruppe halten wir Garnabrisse bereit, die wir nach Zusendung eines frankierten Rückumschlages (0,60€) an die Büroadresse gerne ohne Berechnung für Sie “eintüten”. Bitte kündigen Sie Ihren Wunsch per mail an.

Kaum zu glauben, dass Garne aus einer einzigen Bastfaserpflanze so unterschiedlich ausfallen können.

Kaum zu glauben, dass Garne aus einer einzigen Bastfaserpflanze so unterschiedlich ausfallen können.

Das hat es seit langem nicht mehr gegeben – früher Saisonstart in die Flachs-Kampagne 2014

Die ersten Flachsflächen des Jahres 2014 wurden bereits um den 10. März in südlich gelegenen französischen Anbaugebieten Seine Maritime, Oise und Calvados in den Boden gebracht – zunächst auf den etwas leichteren Böden, in den folgenden beiden Wochen auch auf den schwereren Standorten bis hinein nach Belgien. Selbst die schweren Böden an der niederländischen Küste wurden im März nahezu komplett eingesät. Obwohl nach dem milden Winter kaum ein Standort eine Frostgare aufweist, waren die Aussaatbedingungen auch hinsichtlich Krümelstruktur doch überdurchschnittlich günstig, so dass ein gleichmäßiger Feldaufgang zu erwarten ist. Die frühe Aussaat – etwa 14 Tage eher als üblich – lässt auf eine etwa 7 Tage nach vorn gezogene Ernte hoffen. Ein solch früher Erntetermin erlaubt oft die Erzeugung besonders hochwertiger Langfasern. Weiter lesen…