Flachsstroh biologisch in Flüssigkeit degummiert 0,3 kg (modifizierte Wasserröste)

Das Ausgangsprodukt geriffelter (d.h. entsamter) Grünflachs stammt  von einer von mir  per Hand gerauften Flächen der neuen Sorte Tango . Geröstet wird in einem 300 l Becken, das etwa 20 kg Grünflachs fasst. Der frisch geraufte Flachs  wird nach einigen Tagen der Trocknung gebündelt und in das System eingelegt. Dieses unterscheidet sich auch deutlich von der bis in die 80 er Jahre in Südholland üblichen Wasserröste (danke für die Info Karel van Looij) Nach einer Auslaugphase von etwa 2 Tagen wird ein Teil  Flüssigkeit entnommen und (vorsichtig dosiert) nach einer Trennung in Reinwasser und Konzentrat wird Letzteres als Gießwasser im Gewächshaus verwendet. Zusammen mit Frischwasser wird danach eine Starterkultur Bakterien aus dem letzten Röstdurchgang eingesetzt. Je nach Temperatur ist die Wasserröste nach 3 bis 10 Tagen beendet. Die Bündel werden gespült und zum Trocknen aufgestellt. Die so gewonnenen Fasern sind besonders fein und gut verspinnbar, da das bei der klassischen Feldröste im mitschwingende Wetterrisiko entfällt. Wir meinen, dass es sinnvoll sein kann neben dem (deutlich billiger herstellbaren) Tauröststroh auch immer eine  Referenz “Wasserröststroh” mitlaufen zu lassen. Die ersten Ergebnisse jedenfalls legen einen Fasergehalt von deutlich über 30% nahe, wobei die Faserqualität als hervorragend gelten darf.

Langflachs Handvolle Wasserröste

Sie erhalten eine gute „flachsblonde“ Handvolle Langflachs, der u.a. zum Handhecheln und anschließenden Handspinnen verwendet werden kann. Das zunächst getrocknete Flachsstroh wurde durch eine Wasserröste aufgeschlossen und weist neben der guten Festigkeit und Feinheit den charakteristischen Geruch von Wasserröstflachs auf. Der aktuell angebotene Wasserröstflachs stammt aus einem Betrieb in Ägypten, der im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen über eine Röstwasser- bzw. Abwasseraufbereitung verfügt.

Griffmuster Langflachs Wasserröste

Sie erhalten ein Griffmuster geringer  Menge an „flachsblondem“  Langflachs, der u.a. zum Handhecheln und anschließenden Handspinnen verwendet werden kann. Das zunächst getrocknete Flachsstroh wurde durch eine Wasserröste aufgeschlossen und weist neben der guten Festigkeit und Feinheit den charakteristischen Geruch von Wasserröstflachs auf. Der aktuell angebotene Wasserröstflachs stammt aus einem Betrieb in Ägypten, der im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen über eine Röstwasser- bzw. Abwasseraufbereitung verfügt.

Muster Hechelflachs handgehechelt gebleicht

Sie erhalten einen von Hand gehechelten Hechelflachs aus (überwiegend enzymatisch) gebleichtem Flachs (Ausgangsmaterial Grünflachs), der u.a. zum Handspinnen verwendet werden kann. Dieser wurde durch aufeinander folgende Bearbeitung mit zwei traditionellen Hechelkämmen (grob und mittel) sowie sowie zwei Kardenbrettern (fein und sehr fein) aus Art. 91122 Langflachs gebleicht von uns hergestellt.

Muster Langhanf, perfekte biologische Degummierung, handgehechelt

Sie erhalten ein kleines Muster eines von Hand gehechelten Nutzhanfs (Faserlänge ca. 50-70 cm)

Die Hanfstängel wurden in unserer Versuchswasserröste unter speziellen Bedingungen von Bakterien und (Hefe)Pilzen auf den Punkt geröstet. Nach Trocknen wurden die Stängel gebrochen und von Hand geschwungen, wobei die Hanfschäben nahezu vollständig abgetrennt wurden.

Dann wurde die Hanffasern über vier unterschiedlich feine Hechelkämme (naheliegend in der Abfolge von grob zu fein) gezogen.

Als Resultat erhalten Sie eine gehechelte (und damit parallele) Hanffaser, wie sie seit den 1950er Jahren in Deutschland nicht mehr herstellbar war.

Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass bereits die ausgefeilte biologische Degummierung zu der sehr hellen Faserfarbe geführt hat; es wurden keinerlei Bleichmittel verwendet, wie sie beispielsweise aus der fernöstlichen Textilhanfherstellung derzeit leider nicht wegzudenken sind.

 

 

 

 

Hechelflachs handgehechelt Wasserröste

Sie erhalten einen von Hand gehechelten Langflachs aus Wasserrröste, der u.a. zum Handspinnen  feiner Leinengarne verwendet werden kann..  Dieser wurde durch aufeinander folgende Bearbeitung mit zwei traditionellen Hechelkämmen (grob und mittel) sowie sowie einem sehr feinen Kardenbrett  aus Art. 91132 Langflachs Wasserröste von uns hergestellt.

In der Produktgalerie finden Sie ein Übersichtsbild mit dem feineren Hechelkamm und dem Kardenbrett sowie den dabei anfallenden Fraktionen Hechelflachs und Hechelwerg.  Auch finden Sie dort ein Bild in dem Hechelflachs Wasserröste und Hechelflachs Tauröste einander direkt gegenüber gestellt werden. Der Vollständigkeit halber so nicht unerwähnt bleiben, dass die ebenfalls angebotenen Typen von historischem Hechelflachs in Hinblick auf Feinheit und Festigkeit mit dieser Qualität in keiner Weise mithalten können. Sicherlich sind die modernen Sorten auf Krankheitsresistenz, Fasergehalt und Reißfestigkeit optimiert, jedoch schafft es der Kleinanbau nur selten die Feinheit von modernen Sorten durch alte Herkünfte zu übertreffen. Um 0,2 kg Hechelflachs von Hand zu erzeugen braucht es etwa 0,45 kg Langflachs und gut eineinhalb Stunden. Daneben fallen etwa 0,2 kg Hechelwerg an. Eine goldene Nase verdiene ich dabei nicht….

Hechelwerg (Hede) handgehechelt 0,1 kg aus Langflachs Wasserröste

Sie erhalten das bei der handwerklichen Herstellung von Art. 91322 Hechelflachs (Faser mit Wasserröste aufgeschlossen) gleichfalls entstehende Hechelwerg (Hede). Dieses kann alleine oder beispielsweise zusammen mit Wolle, Hanf oder Fasernessel handkardiert zum Handspinnen verwendet verwendet werden.
Hechelwerg ergibt grundsätzlich gröbere und unregelmäßigere Garne als (längerer und paralleler) Hechelflachs. Umgekehrt ist Hechelwerg viel feiner und sauberer als Schwungwerg. Unser Hechelwerg ist praktisch frei von Scheben so dass eine Mischung oder eine Verwendung zu 100% kein “schäbiges” Garn erwarten lässt In Mischungen mit Wolle erscheinen die erhaltenen Garne glatter. Traditionell wird Hede von Wasserröstflachs auch zusammen mit Pech zum Abdichten von Holzbooten eingesetzt und diente zum Polieren empfindlicher Oberflächen.

In der Produktgalerie finden Sie ein Übersichtsbild mit dem feineren Hechelkamm und dem Kardenbrett sowie den dabei anfallenden Fraktionen Hechelflachs und Hechelwerg.  Das hier angebotene Hechelwerg liegt qualitativ weit über jenen aus einer industriellen Hechelmasche wie Mackie oder Linimpianti – ganz einfach deshalb, weil der mechanische Stress der Fasern (und damit der “unsichtbaren Vorschädigung” )während der Bearbeitung deutlich unter jenem von schnell laufenden Industriemaschinen liegt.

Da wir mehr Hechelflachs als Hechelwerg verkaufen haben wir im Oktober 2024 den Preis nach unten korrigiert.

Griffmuster Hanf Stängelabschnitte wassergeröstet und gespült

Sie erhalten als Anschauungsmuster einige Hanfstängel, die in unserer kleinen Wasserröste aufgeschlossenen wurden. Die bei der Ernte weit über 3 m hohen Stängel wurden per Hand entblättert und von Seitentrieben – soweit vorhanden – befreit. Danach wurde jeder Stängel in  Stücke von 45 cm geschnitten. Die einzelnen Größenklassen wurden unterschiedlich lange geröstet, am längsten der unterste Pflanzenteil mit dem dicksten Abschlußgewebe. Dieser Hanf ist – nach unserer Kenntnis einmalig – mit den traditionellen Flachsgeräten (Handbreche, Handschwinge, Handhechel) zu Langfasern bzw. Hechelflachs ähnlich den hier angebotenen Flachsfasern zu verarbeiten. Der Unterschied zu Flachs ist insbesondere hinsichtlich der Dimensionen der einzelnen Stängel beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist allerdings der Gegensatz zwischen den groben Hanfstängeln und den daraus entstehenden feinen Fasern.

Abschließend in eigener Sache: Wir legen großen Wert auf den Umstand, dass wir keinen rohen bzw. getrockneten Hanf in Verkehr bringen, sondern verarbeitete bzw. denaturierte Pflanzenteile. Da bereits das Ausgangsmaterial “Nutzhanf” nahezu frei von THC ist, wird man nach der über etwa 12 Tagen durchlaufenen anaeroben Vergärung ohnehin gewiss keine Halluzinogene mehr nachweisen können.

Kollektion Hanflangfaser und gehechelter Hanf

Sie erhalten ein insgesamt 7 Muster von parallelen Hanffasern, davon drei geschwungene und vier (nach dem Schwingen zusätzlich) von Hand gehechelte Typen. Die Auflistung erfolgt hinsichtlich Qualität und Preis aufsteigend.
a.Langfaser aus ungarischem Wasserröstflachs, dort auch maschinell geschwungen
b.Langfaser Hanf aus unserer Tauröste, von Hand gebrochen und geschwungen
c.Langfaser Hanf aus unserer Wasserröste (knapp geröstet), von Hand gebrochen und geschwungen
d.Langfaser Hanf aus unserer Wasserröste, maschinell in Belgien geschwungen, von Hand gehechelt
e.Langfaser/Hechelhanf Hanf aus unserer Tauröste, von Hand gebrochen, geschwungen und gehechelt
f.Langfaser/Hechelhanf II.Wahl Hanf aus unserer biologischen (chemiekaienfreier) Degummierung,von Hand gebrochen, geschwungen und gehechelt; aus sehr dicken Stängeln und/oder nicht perfekter Degummierung
g.Langfaser/Hechelhanf Premium Hanf aus unserer biologischen (chemiekalienfreier) Degummierung,von Hand gebrochen, geschwungen und gehechelt – derzeit am Markt nicht verfügbar

Kollektion Hanfkurzfaser und cotonisierter Hanf

Sie erhalten insgesamt 17 Muster von  Hanffasern:  wirr, als Kardenband, cotonisiert und als Spinnband.

Die Hanffaser weisen unterschiedliche Röstgrade (ungeröstet, Tauröste, Wasserröste und biologische Degummierung) auf. Insbesondere Letztere existiert derzeit nur im Labor- bzw. Technikumsmaßstab, bringt aber die m.E. besten Faserqualtäten sowohl im Langstapel (klassische nasse Leinenspinnerei), Mittelstapel (Trockenspinnerei) und Kurzstapel (Baumwoll-Ringspinnerei).

Wer also Hanffaser im wahren Wortsinn “begreifen” möchte kommt an dieser Kollektion (und an Art. 93615 Langfaser Hanf) nicht so einfach vorbei). Im Einzelnen sind folgende Muster (Bezeichnung im Text korrespondiert mit Bezeichnung auf Produktbild) zusammengetragen bzw. erstellt:

a. Samenhanf/Nutzhanf aus deutscher Produktion un-/angeröstet nach Drusch geborgen und mechanisch entholzt

b. Nutzhanfhanf (sehr feine Stängel) aus niederländischer Produktion un-/angeröstet nach Drusch geborgen und mechanisch entholzt

c. Hechelwerg von Langhanf ungarischer Produktion Wasserröste (maschinell gehechelt)

d. Hechelwerg von Langhanf deutscher Produktion Wasserröste (von Hand gehechelt)

e. Kardenband Nutzhanf aus Schwungwerg Tauröste

f. Wirrfaser Nutzhanf Tauröste über Winter mechanisch entholzt

g. Hechelwerg von (Versuchs)Tauröste von Hand gehechelt

h. Cotonisé aus Hechelwerg (g) Labormuster

i. Kardenband (e) gekocht und gespült

j. Hanffaser enzymatisch aufgeschlossen (m.E. zu “mager” und zu schwach)

k. Hechelwerg von biologisch degummiertem Nutzhanf (grobe Fraktion, handgehechelt)

l. Hechelwerg von biologisch degummiertem Nutzhanf (feine Fraktion, handgehechelt)

m. Parallele Kurzfaser abgetrennt bei Handhecheln (k&l)

n. Faserhanf chemisch aufgeschlossen China cotonisiert

o. Nutzhanf biologisch aufgeschlossen Deutschland cotonisiert (Labormuster)

p. Band Spinnereivorbereit Faserhanf China

q. Band Spinnereivorbereit Hanf/Tencel Labormuster

Dies bildet nur einen Zwischenstand ab, macht aber schon jetzt deutlich, dass in der textilen Welt chinesischer (Faser)Hanf überschätzt wird, während europäischer Nutzhanf – sowohl als reine Samentype als auch als Kombinationstyp Faser/Samen – unterschätzt wird.

 

Kollektion Kuppelprodukte der Hanffaserproduktion

Sie erhalten 5 Muster von  Kuppelprodukten der Hanffaserproduktion:

a. Hanfscheben (zerkleinertes holzartiges Stängelinnere) von Wasserrösthanf Ungarn

b. Hanfscheben (zerkleinertes holzartiges Stängelinnere) von Taurösthanf Deutschland

c. Hanfscheben (zerkleinertes holzartiges Stängelinnere) biologische Degummierung Deutschland – bereits der direkte Vergleich bzgl. Farbe, anhaftende Verschmutzungen und Staub macht deutlich, dass für qualifizierte Verwendungen wie bspw. der Herstellung von Zellstoff den Scheben aus der biologischen Degummierung der Vorzug zu geben sein wird.

d. Griffmuster Hanfblätter/Blüten zum Zeitpunkt der Samenreife

e. Griffmuster Hanfsamen (nicht zur Aussaat bestimmt)

Da die Hanfscheben mit rund 50% Anteil am Gesamtaufwuchs allein qua Masse eine wichtiges Säule der Gesamtökonomie des Hanfanbaues bilden ist zu überdenken, ob sie tatsächlich als Tiereinstreu zügig wieder in den Kohlenstoffkreislauf zurück gebracht werden sollten.

Die Hanfsamen stellen derzeit den interessantesten Teil des europäischen Hanfanbaues dar. Ihr hoher Preis und ihr breites Einsatzspektrum (Saatgut, hochwertiges Öl und Protein) bilden das wichtigste wirtschaftliche Standbein der europäischen Nutzhanfproduktion obwohl ihr massenmäßiger Anteil von etwa 8 % bis 15% am Gesamtaufwuchs eher gering ist. Es wird daher Zeit, dass zu den Scheben und Samen aus europäischer Nutzhanfproduktion verspinnbare Fasern hinzu kommen.